
Erst gehört, dann geklickt?
Wie Radiowerbung Social Media im Recruiting unterstützen kann
03.11.2026 Antonios Bliblios
Wie gewinnt man mehr Bewerber für offene Stellen? Mit Social Media allein? Mit Radiowerbung? Oder mit einer cleveren Kombination aus beidem? Unser Praxisbeispiel mit Multikurier zeigt, warum es sich lohnt, Marketingkanäle gemeinsam zu betrachten. Denn manchmal stellt sich die spannende Frage: Was passiert eigentlich, wenn Menschen einem Arbeitgeber nicht nur online begegnen, sondern seinen Namen auch aus dem Radio kennen?
Der Multikurier-Case: Rund 300 Bewerber im Kampagnenzeitraum
Multikurier hatte bereits vor dem Start der Radiowerbung offene Stellen über Social Media Ads beworben. Die Jobangebote waren online sichtbar, potenzielle Bewerber konnten sich informieren und direkt reagieren.
Dann kamen HR-Spots im Radio dazu.
Die Radiokampagne lief in zwei Schaltphasen von jeweils 14 Tagen, unterbrochen von einer Woche Pause. Hör selbst rein:
Im Kampagnenzeitraum wurden rund 280 bis 300 Bewerbungen für offene Stellen erzielt. Durch den Einsatz der HR-Spots stieg die Resonanz auf die Recruiting-Aktivitäten deutlich an.
Ein interessantes Ergebnis, denn die Stellenangebote waren bereits über Social Media präsent. Was sich änderte, war die zusätzliche Präsenz von Multikurier im Radio.
Zufall oder ein Hinweis darauf, dass sich die beiden Kanäle gegenseitig verstärken können?
Eine eindeutige Antwort lässt sich aus den vorliegenden Fakten nicht hundertprozentig ableiten. Der zeitliche Zusammenhang wirft jedoch eine spannende Frage auf: Wie verändert sich die Wirkung einer Social-Media-Anzeige, wenn der Arbeitgeber nicht mehr ganz unbekannt ist?
Wenn die Marke bekannt ist, bekommt die Anzeige vielleicht mehr Aufmerksamkeit
Stell Dir vor, jemand scrollt durch Instagram oder Facebook und entdeckt eine Stellenanzeige von Multikurier. Das Unternehmen sagt der Person zunächst nichts. Vielleicht wird die Anzeige angeklickt, vielleicht geht es direkt zum nächsten Beitrag.
Einige Tage später hört dieselbe Person einen HR-Spot von Multikurier im Radio. Der Name bleibt hängen. Auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen oder im Auto wird der Arbeitgeber plötzlich hörbar.
Begegnet ihr anschließend erneut eine Stellenanzeige, könnte der Wiedererkennungseffekt eine Rolle spielen. Aus einem unbekannten Unternehmen wird eine Marke, die zumindest schon einmal wahrgenommen wurde.
Kann eine vertraute Marke mehr Vertrauen schaffen als ein unbekannter Arbeitgeber? Und steigt dadurch die Bereitschaft, sich mit einem Jobangebot näher zu beschäftigen?
Das spricht dafür, dass die gestiegene Markenbekanntheit eine wichtige Rolle gespielt haben könnte. Denn wer einen Arbeitgeber bereits kennt, begegnet dessen Stellenangeboten oft mit mehr Vertrauen und Aufmerksamkeit. Zusammen mit einer ansprechenden Ansprache der Bedürfnisse potenzieller Mitarbeitender kann genau daraus ein wirkungsvoller Impuls entstehen, der aus einer Stellenanzeige eine echte Bewerbungschance macht.
Radio schafft Aufmerksamkeit, Social Media macht den nächsten Schritt möglich
Die Kombination der beiden Kanäle bietet interessante Möglichkeiten. Radiowerbung kann die Bekanntheit eines Unternehmens im Sendegebiet erhöhen und Botschaften in den Alltag der Menschen bringen. Social Media Ads wiederum können konkrete Stellenangebote präsentieren und Interessierten einen direkten Weg zur Bewerbung eröffnen.
Dabei müssen die Kanäle nicht dieselbe Aufgabe erfüllen. Ein Funkspot kann Interesse am Arbeitgeber wecken, während eine digitale Anzeige die passenden Informationen liefert.
So entsteht eine mögliche Verbindung zwischen Reichweite und Reaktion: Menschen hören den Namen im Radio und begegnen dem Unternehmen später erneut im Feed.
Gerade für regional tätige Arbeitgeber kann diese Kombination interessant sein. Denn wer Personal in einem bestimmten Gebiet sucht, möchte dort nicht nur Stellenanzeigen ausspielen, sondern auch als Arbeitgeber wahrgenommen werden.
Gute Recruiting-Spots sprechen die Bedürfnisse der Menschen an
Doch Bekanntheit allein ist nicht alles. Wer neue Mitarbeitende gewinnen möchte, sollte nicht einfach nur verkünden, dass Stellen frei sind. Entscheidend ist auch, was ein Job den Menschen bietet.
Sind verlässliche Arbeitszeiten wichtig? Ein gutes Team? Ein wohnortnaher Arbeitsplatz oder ein unkomplizierter Einstieg? Welche Argumente überzeugen, hängt von der Zielgruppe und den konkreten Stellen ab.
Ein guter HR-Spot greift relevante Bedürfnisse auf und macht das Angebot verständlich. Die anschließenden Social Media Ads können diese Botschaft vertiefen, beispielsweise mit konkreten Jobdetails und Informationen zur Bewerbung.
Wenn beide Kanäle inhaltlich zusammenpassen, entsteht ein konsistenter Eindruck vom Arbeitgeber. Ob das letztlich zu mehr Bewerbungen führt, hängt von mehreren Faktoren ab. Es lohnt sich aber, diese Verbindung bei der Kampagnenplanung mitzudenken.
Radiowerbung Kosten: Was bringt die Kombination?
Natürlich spielen auch die Kosten für Radiowerbung eine Rolle. Sie hängen unter anderem vom Sender, Sendegebiet, der Reichweite, den Sendezeiten und der Anzahl der Schaltungen ab. Hinzu kommen gegebenenfalls die Produktionskosten für den Funkspot.
Bei der Bewertung sollte deshalb nicht nur der Preis einzelner Radiospots betrachtet werden. Eine Auswertung auf Basis der Media Analyse Audio hilft, den Kampagnendruck genauer einzuordnen.
Wie entwickelten sich die Bewerbungszahlen vor und während der Radiophasen? Wie viele Bewerbungen waren qualifiziert? Wie viele Einstellungen konnten erzielt werden? Und wie veränderten sich parallel die Klicks und Conversions der Social Media Ads?
Solche Daten helfen, mögliche Zusammenhänge besser zu verstehen und künftige Kampagnen gezielter zu planen.
Zwei Kanäle, eine spannende Frage
Der Multikurier-Case zeigt, dass es sich lohnt, Social Media und Radiowerbung gemeinsam zu betrachten. Auf bereits laufende digitale Recruiting-Maßnahmen folgte eine Radiokampagne, in deren Zeitraum rund 280 bis 300 Bewerbungen für offene Stellen erzielt wurden. Gleichzeitig stieg die Resonanz deutlich an.
War es die zusätzliche Reichweite? Die gestiegene Markenbekanntheit? Die Ansprache der Bedürfnisse potenzieller Mitarbeitender? Oder das Zusammenspiel mehrerer Faktoren?
Vielleicht liegt genau darin der Reiz kanalübergreifenden Marketings: Nicht jeder Effekt lässt sich sofort eindeutig erklären, aber die richtigen Fragen eröffnen neue Möglichkeiten.
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